Zuger Schülerinnen und Schüler lernen die Regeln des königlichen Spiels

Leonard Arnold stellt sein Können unter Beweis.

28 hoch motivierte Erst- bis Siebtklässler haben im Rahmen des Ferienpass Schach gespielt.

Bilder: Christian H. Hildebrand (Zug, 21. Juli 2020)

Nach und nach trudeln sie am Treffpunkt vor dem evangelischen Kirchenzentrum ein, die jungen Schachbegeisterten. Annette Waaijenberg ist Schach­trainerin und Präsidentin des Schachclubs ChessMates Zugerland, der sich der Förderung und Verbreitung des Schachspiels in der Region verschrieben hat. Unterstützt wird der Verein durch die Zuger Jugendschachstiftung.


Rebecca Barker sieht sich mit einer kniffligen Situation konfrontiert.

Während rund dreier Stunden wird Waaijenberg die Schülerinnen und Schüler im Alter von sieben bis zehn Jahren an grundlegende Strategien heranführen: von der Eröffnung bis zum Matt. Dylan Schwendener, Student und hobbymässiger Schachtrainer bei ChessMates, wird sie dabei unterstützen. Es ist der erste von zwei Ferienpass-Kursen an diesem Tag.

Beim Vater in die Lehre gegangen

«Wer weiss, wie diese Figur heisst, wie viel sie zählt und wie sie bewegt werden kann?», fragt Waaijenberg in die Runde. Die Namen der Figuren sowie deren Werte und Zugmöglichkeiten kennen die meisten bereits. Viele bringen sogar schon Spielerfahrungen mit. Doch: «Ich möchte die Regeln einfach noch besser kennen, um richtig spielen zu können», verrät der 9-jährige Leo, der bei seinem Vater in die Lehre gegangen ist. Auch Flora (9) hat sich ihr bisheriges Schachwissen beim Spiel mit ihrem Vater angeeignet. «Ich kenne die Regeln auf Englisch. Daher haben meine Eltern mich hier angemeldet», erklärt sie.


Leo Schenkel ist am Zug.

Nach dem Üben der Zug- und Schlagmöglichkeiten der Figuren werden diese Kenntnisse vertieft. Fairness und ein respektvoller Umgang mit dem Gegner ist den Schachtrainern sehr wichtig. Jeder Teilnehmer soll optimal auf den nächsten Tag vorbereitet werden, denn zum Abschluss spielen alle Kinder ein kleines Turnier. Es locken drei glänzende Pokale. «Doch keiner geht leer aus», beteuert die Club-Präsidentin während sie den jungen Schachspielern als Ansporn auch Medaillen zeigt, von denen jeder Mitspieler eine erhalten wird.


Die Pokale und Medaillen liegen bereit.

Die Regeln sind das A und O. Eine lautet «Weisse Dame, weisses Feld. Schwarze Dame, schwarzes Feld», gerade Anfänger stellen die Figuren oft auf die falschen Felder, weiss Schwendener. Weiter erklären die Trainer, weshalb sich die Springer in der Mitte des Brettes am wohlsten fühlen und was ein «Widder» ist: zwei Bauern, die sich gegenüberstehen und gegenseitig blockieren. Und schon werden die ersten Partien gespielt.


Jasmin Landolt scheint sich noch nicht ganz sicher zu sein.

Am Nachmittag lernen die Ferienpass-Kinder die «goldenen Regeln» der Schacheröffnung. Auf der Leinwand werden den Fortgeschrittenen Matt-Aufgaben gezeigt und die Kinder notieren sich ihre Lösungswege auf einem Whiteboard. «Ich habe zehn von zehn Aufgaben richtig gelöst», verkünden zwei der Kinder stolz und erhalten einen kleinen Preis. Zum Abschluss des Tages spielen die Kinder das erste Mal mit einer Schachuhr.